Weihe der neuen Gaustandarte
Dienstag, 20. Februar 2018

  Die Gaustandarte ist mit kirchlichem Segen geweiht!

SCHWABACH - 2017 hat er 90. Geburtstag gefeiert. Nun hat sich der Schützengau Schwabach-Roth-Hilpoltstein erstmals in seiner Geschichte eine eigene Standarte zugelegt. Bei einem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche St. Sebald ist die kleine Fahne sowohl katholisch als auch evangelisch geweiht worden.

 

Anschließend ist sie mit einem Festakt im Markgrafensaal vor knapp 400 Schützinnen und Schützen aus ganz Mittelfranken offiziell ihrer Bestimmung übergeben und gefeiert worden.


Zu Gast waren dabei auch Landrat Herbert Eckstein, Oberbürgermeister Matthias Thürauf, Landtagsabgeordneter Karl Freller, Kreisrat Michael Kreichauf sowie zahlreiche Bürgermeister aus den Gemeinden des Landkreises Roth, um den Schützen und ihrer ersten Gaufahne die Wertschätzung zu erweisen.

Auf der Vorderseite der Fahne ist unter dem offiziellen Namen das Gebietsbild des Schützengaus zu sehen, zu dem auch die Nürnberger Stadtteile Kornbug, Katzwang und Worzeldorf gehören. Im Süden reicht er bis Spalt und Obermässing. Im Westen und Osten sind seine Grenzen mit denen des Landkreises Roth identisch. Neben den Kirchen der drei namensgebenden Städte sind per stilisierter Graphik auch die verschiedenen Schützendisziplinen versinnbildlicht. Links neben der geografischen Form sind die Wappen der fünf Gebietskörperschaften vor Eichenblättern zu sehen. Für die Landkreisgemeinden der Landkreis Roth sowie die Städte Nürnberg, Schwabach, Roth und Hilpoltstein.

„Das war uns als Symbol des guten Miteinanders besonders wichtig“, so Gauschützenmeister Josef Grillmayer.

Die Rückseite zeigt das große Wappen des Schützengaus mit den Wappen der Städte Schwabach, Roth und Hilpoltstein auf einer Schießscheibe, die getragen ist von den Dachverbänden, den Emblemen des mittelfränkischen, des bayerischen und des bundesdeutschen Sportschützenverbands. Die Grundfarbe des Fahnenstoffs ist Purpur-Weinrot, verziert mit Goldapplikationen. „Die Standarte ist mit Gottes Segen das Sinnbild für die Gemeinschaft und das Miteinander“, erklärte Grillmayer. „Sie soll Symbol für den sportlichen Geist, Kameradschaft, Fairness und Hilfsbereitschaft sein“, fügte der Schützengau-Chef hinzu.



Die Festrede im Markgrafensaal hielt mit Landrat Herbert Eckstein der Schirmherr der Veranstaltung.

DerSPD-Kommunalpolitiker hatte gemeinsam mit der Sparkasse Mittelfranken-Süd für die Finanzierung der ersten Standarte des Schützengaus Schwabach-Roth-Hilpoltstein gesorgt. „Ohne den Landrat gäbe es diese Fahne nicht“, sagte Grillmayer. Den Anstoß dazu aber hatte Bezirksschützenmeister Gerold Ziegler bei der Geburtstagsfeier des Gaus gegeben. „Zehn der elf anderen Gaue Mittelfrankens hatten bereits eine eigene Standarte“, begründete Ziegler seine Anregung, die bei Josef Grillmayer auf fruchtbaren Boden gefallen war. Binnen eines Jahres führte der Gauschützenmeister einen zustimmenden Beschluss des Gauvorstands herbei, entwarf in enger Abstimmung mit seinen Vorstandskollegen das Fahnenlayout und organisierte Weihe sowie Festakt. Stellvertretender Gauschützenmeister Dieter Emmerling und Gauschatzmeister Ralf Stein überreichten ihm als Dank des Gaus eine Miniaturausgabe der Standarte. Gattin Heidi erhielt für die stetige Unterstützung ihres Ehemannes die Goldene Ehrennadel des bayerischen Sportschützenbundes

Erschwert wurden die Vorbereitungen durch die Sperrung und den bevorstehenden Abriss der Rother Stadthalle. Sie hatte Grillmayer bereits für die Feierlichkeiten gebucht, musste dann aber umdisponieren. Die Verlegung nach Schwabach brachte allerdings keine Probleme. Alles klappte reibungslos. Mit Jörg Miederer aus Büchenbach, dem neu erkorenen Träger der Gaustandarte, waren es 38 Fahnenträger, die zwei Mal einziehen durften: Zunächst in die katholische Kirche. Nach dem Gottesdienst begleitet von den Böllerschützen des Gaus und Schneetreiben in den unmittelbar gegenüber liegenden Markgrafensaal. Beide Male eine überaus festliche und gemessene Zeremonie mit großer Wirkung. Der gesamte Saal erhob sich. Alle Gäste begrüßten die traditionsreiche Fahnenreihe mit rhythmischem Klatschen.
Herbert Eckstein schilderte sowohl seine eigene enge Beziehung zum Schützenwesen als auch dessen weitreichende Bedeutung als Klammer in der Gesellschaft und als Leistungssport. "Damit habt ihr Schwerter zu Pflugscharen gemacht", spielte Eckstein auf den Ursprung der verwendeten Waffen an. "Insbesondere Kinder lernen bei den Schützen: Disziplin, Regeln,  Verantwortung, innere Ruhe", zählte Eckstein auf. "Denn Schießen ist viel mehr, als ins Schwarze zu treffen: es hat zu tun mit Tradition und Entwicklung", so der SPD-Politiker. Er dankte dem Schützengau für seine Anstrengungen als Dachverband von 4210 Mitgliedern in 37 Vereinen und rief dazu auf, dort Verantwortung zu übernehmen. "Denn jeder Verein bietet Identität und Gemeinschaft", so Eckstein. Auch dafür stehe die Standarte: "Dass wir miteinander im gesamten Gau etwas schaffen, deshalb geht die heutige Standartenweihe für mich in die Geschichte ein", schilderte Eckstein seine Gefühlslage.
Schwabachs Oberbürgermeister Matthias Thürauf bescheinigte den Schützen, mit den durch die Fahne symbolisierten Werten exakt richtig zu liegen. "Das braucht die Gesellschaft", so der CSU-Politiker.

"Die Schützenvereine sind Träger dieser Werten, von Kultur und Tradition", fügte er hinzu. Landtagsabgeordneter Karl Freller kann im August 50-jähriges Jubiläum als Schützenbruder feiern. Für ihn bilden die Schützenvereine Bayerns einen der Grundsteine, auf die Städte und Gemeinden aufbauen können.

"Ein Grundstein unserer Heimat", so Freller, der den Schützen versicherte, die CSU im Landtag werde stets dafür eintreten, dass der Schießsport Zukunft habe.
Der stellvertretende Landesschützenmeister Jürgen Sostmeier erklärte, die Fahne stehe auch dafür, dass die Schützenvereine fest verankert in Einigkeit und Freiheit am Gemeinwesen mitbauten. "Es ist ein äußeres Zeichen der Gemeinschaft", fügte er hinzu. Bezirksschützenmeister Gerold Ziegler zeigte sich vor allem dankbar für die Anstrengungen des Gauschützenmeisters Josef Grillmayer. "Die Fahne ist hervorragend und die Feier heute ist eine eindrucksvolle Zeremonie", lobte Ziegler die Gestaltungs- und Organisationsleistung des Gauschützenmeisters. "Die Standarte soll künftig das höchste Gut des Gaus sein", wünschte sich Ziegler.

 Abschließend brachten der stellvertretende Landesschützenmeister, der Bezirksschützenmeister und die Chefs der Vereine aus  Kleinschwarzenlohe und  Katzwang, Xaver Bittl und Uwe Halfter, Fahnenbänder an der Standarte an. Herbert Eckstein steuerte das Trauerband bei.

Zuvor hatten in der katholischen Kirche St. Sebald zwei Pfarrer die Segnungshandlungen vorgenommen. Robert Schrollinger für die katholische und Paul-Hermann Zellfelder für die evangelische Kirche gestalteten die Fahnenweihe gemeinsam. Zellfelder machte in seiner Predigt auf die christlichen Wurzeln des friedlichen Schützenwesens aufmerksam, das sich stets auch als demokratischer Vorreiter der deutschen Einheit gegen die Fürstenherrschaft positioniert und dabei zentrale christliche Tugenden beherzigt habe. Völlig zu Recht seien die deutschen Schützenvereine deshalb 2015 in das Verzeichnis des weltweiten immateriellen Kulturerbes der Unesco aufgenommen worden, erklärte Zellfelder. Immaterielle Kulturgüter aus dem Landkreis waren Trumpf bei der musikalischen Begleitung in der Kirche und während des Festakts.

Die Stadtkapelle Hilpoltstein unter der Leitung von Oskar Kratochvil

und der Rother Gesangsverein "Fidelio" agierten ebenso unterhaltsam wie würdig.

Mit dem gemeinsam gesungene "Frankenlied" endete ein würdiger  und von allen Seiten gelobter Festakt.

Bericht von Robert Schmitt

Fotos von Robert Schmitt unnd Reimund Mihatsch

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