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Mittelfränkischer Schützentag in Hilpoltstein PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 3. August 2022
   Mittelfränkischer Schützentag in Hilpoltstein


HILPOLTSTEIN / SCHWABACH / ROTH – Mit einem großen Schützentag im Rahmen eines mehrstündigen Festakts in der Hilpoltsteiner Stadthalle veranstaltete der Mittelfränkische Schützenbund im Schützengau Schwabach-Roth-Hilpoltstein seinen 71. Schützentag und ehrte verdiente Vereinsmitglieder aus ganz Mittelfranken. Zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft würdigten die ehrenamtliche Arbeit der Schützenvereine. Tags zuvor fand bereits die Delegiertentagung der Schützenjugend, und Vormittags die Delegiertenversammlung des MSB, ebenfalls in Hilpoltstein, statt.

 


           Zum Auftakt begrüßte die Böllergruppe die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Salutschüssen, abgefeuert auf dem Gehsteig vor der Stadthalle. Anschließend zogen die teilnehmenden Schützinnen und Schützen mit vielen Vereins-Fahnen, begleitet durch zahlreiche Schützenköniginnen und -königen, in die Halle ein. Ein imponierendes „Fahnenmeer“ versammelte sich vor der Bühne und die Stadtkapelle Hilpoltstein unterhielt die Gäste, die aus ganz Mittelfranken gekommen waren.


           „Der Schützentag wurde wegen Corona schon ein paarmal verschoben“, sagte 1. Gauschützenmeister Dieter Emmerling. Sein besonderer Gruß galt den beiden Schirmherren, Bürgermeister Markus Mahl und Landrat Herbert Eckstein.  1. Bezirksschützenmeister Gerold Ziegler konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen.


            Karl Freller, der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, erzählte, dass er schon als 12-jähriger im Jahre 1968 der Privaten Feuerschützengesellschaft Schwabach beigetreten war, deren Mitglied er jetzt 54 Jahre ist. „Ihr steht für Solidarität und Zusammenhalt“, lobte er die Schützen, „ihr bewahrt eine Tradition und Brauchtum, ihr seid ein Bestandteil der wehrhaften Demokratie“. Das Worte „Schütze“ komme von „schützen“, hob er hervor. Frellers besonderes Lob galt der Jugendarbeit, der sich die Schützenvereine verschrieben hätten. „Eure Disziplin und euer Engagement sind ein Gewinn für alle“, schloss er, „die Persönlichkeitsbildung in einem Verein stellt einen großen Wert dar.“

             Bürgermeister Markus Mahl lobte „das gute Miteinander“ der Vereine mit der Stadt Hilpoltstein. „Das Vereinsleben prägt unsere Gesellschaft“, betonte Landrat Herbert Eckstein. „alle gesellschaftlichen Gruppen kommen in Vereinen zusammen.“ Und: „Ihr Schützen wart Trendsetter! Auch Frauen haben eure Vereine geprägt.“

Die Schützenvereine sorgten für das Bindeglied. „Wenn sich keiner mehr engagiert, dann gibt es die Vereine vielleicht nicht mehr“, so Eckstein weiter. Viele neue Schützenhäuser „vom Feinsten“ stellten eine Erfolgsbilanz dar. Alle Ehrenamtlichen leisteten eine „großartige Arbeit“ und trügen dazu bei, Gemeinschaft zu pflegen.


          Erster Bezirksschützenmeister Gerold Ziegler erstattete einen Bericht über die vergangenen Jahre und gab einen Ausblick. „Rund 42 000 Euro flossen in die Jugend- und Lehrgangsarbeit“, berichtete er, „die Zuschüsse sind bei uns gut angelegt, vor allem das Thema Sportstättenbau liegt uns sehr am Herzen.“ Der Bezirkstag habe den mittelfränkischen Schützenbund im Jahr 2021 mit 15 000 Euro unterstützt.
       Erfreulich sei es auch, dass in Uffenheim ein künftiges Schützenmuseum entstehe. „Es soll ein sportlich orientiertes Museum werden“, kündigte er an, „der thematische Schwerpunkt soll auf die Zeit ab 1950 gelegt werden.“ Der mittelfränkische Schützenbund habe im letzten Jahr 54 267 Mitglieder gehabt. Als besonders attraktiv habe sich das Blasrohrschießen erwiesen.


        Als neu gewählte Bezirksjugendleiterin stellte Bezirksschützenmeister Gerold Ziegler die 23-jährige Andrea Nieberle aus Dollnstein vor, die dem Schützengau Eichstätt angehört.
        „Es ist schön, dass wir junge Leute haben, die Verantwortung übernehmen“, freute sich die Europa-Abgeordnete Marlene Mortler. „In den Schützenvereinen wird eine engagierte Jugendarbeit  gemacht, damit baut ihr eine Brücke zwischen Tradition und Moderne und gebt unserer Heimat ein Gesicht“.


        „Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir die Bürokratie immer weiter aufblähen“, sprach Marlene Mortler ein großes Problem an. „In den Vereinen übernehmen die Menschen mehr Verantwortung, um Demokratie zu leben.“ Zuspruch erhielt sie von Gerold Ziegler, der meinte, die Schützen wollten kein „Prellbock“ für Kritiker sein.
         „Die Schützen treten immer freundlich und bescheiden auf“, lobte Bezirkstagspräsident Armin Kroder, „ich bin auf die Leistungen unserer großartigen Sportler extrem stolz und spreche meinen allerhöchsten Respekt aus.“ Im Schießsport brauche es Menschen, die sich im Ehrenamt engagieren. „Ihr seid auf der Seite der Menschen, die es nicht besser wissen, sondern die es besser machen“, hob der Bezirkstagspräsident hervor, „ihr übernehmt Verantwortung und seid eine tragende Säule des Ehrenamts.“
            Im Mittelfränkischen Schützenbund gebe es ein Stück weit „eine Generationen-Übertragung“, so Kroder weiter. Dies sei das Ergebnis einer guten Jugendarbeit. „Ihr ringt um die richtigen Lösungen um Nachhaltigkeit und Inklusion und ich freue mich über die gute Zusammenarbeit.“
           „Wir sind der Auffassung, dass wir ein strenges und gutes Waffenrecht haben – jetzt schon!“, sprach der Bezirkstagspräsident eine aktuelle Diskussion an und unterstrich dies mit einem Zitat des französischen Schriftstellers und Staatsphilosophen Montesquieu, der mal gesagt hat: „Wenn es nicht erforderlich ist, ein Gesetz zu erlassen, dann ist es erforderlich, kein Gesetz zu erlassen.“
          „Man braucht immer Leute, die weitermachen und die wissen, wie der andere tickt“, brachte es der Bundestagsabgeordnete Ralph Edelhäußer auf den Punkt.

„Die punktuelle Sportförderung bringt mehr als ein Leistungszentrum“, meinte 1. Landesschützenmeister Christian Kühn. Die Zahnräder müssten greifen von der untersten bis zur obersten Ebene. Durch Corona habe man etwa 12 000 Mitglieder verloren, derzeit gebe es 460 000 Schützen in ganz Bayern.
          Christian Kühn sprach das drohende Blei-Verbot durch die EU an. „Das Sportschießen muss davon ausgenommen werden“, forderte er, „wir brauchen keine Verschärfung des Waffenrechts, soweit es für die Sportschützen relevant ist.“ Es sei eine Gemeinschaftsaufgabe, die Zukunft der Schützenvereine zu sichern.


          In einem wahren Ehrungs-Marathon wurden zahlreiche Schützinnen und Schützen aus ganz Mittelfranken geehrt. So erhielt aus unserem Landkreis 1. Gauschützenmeister Dieter Emmerling aus Thalmässing das Ehrenkreuz in Bronze vom Deutschen Schützenbund. Johann Eberle von der FSG Greding erhielt die höchste Auszeichnung des Deutschen Schützenbunds.


ROBERT UNTERBURGER

Fotos: Robert Unterburger