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Neue Schießstände PDF Drucken E-Mail
Freitag, 24. Juni 2022
   Neue Schießstände nun kirchlich gesegnet.

Nach dreimaliger Absage:
Neue Schießstände nun kirchlich gesegnet
Umbaumaßnahme wurde für Abenberger Sportschützen zu besonderem Kraftakt – Moderne Anlage soll zur Mitgliedergewinnung beitragen  

Schützenmeisterei, Geistlichkeit, Böllerer und Ehrengäste stellen sich vor dem Schützenhaus zum Erinnerungsfoto (von links): 2. Schützenmeister Thomas Walther, Gauschützenmeister Dieter Emmerling, Harald Löblein, Altbürgermeister Werner Bäuerlein, 1. Schützenmeisterin Gerdi Wilhelm, Pfarrer Tobias Brendel, Pfarrer Stefan Brand, Bürgermeisterin Susanne König, Landrat Herbert Eckstein, „Bauleiter“ und während der Bauphase noch 2. Schützenmeister Hans Endner, die Stadträte Eugen Börschlein und Manfred Lunkenheimer, Wolfgang Scheriau, Wolfgang Ochsenmeier, Raiba Firmenkunden-Betreuer Uwe Beyer, die Stadtratsmitglieder Rainer Günzel, Inge Strobel, Helmut Binder und Bettina Weigand, Ehrenböllerer Jakob Forster und der Deutsche Meister 2017 (Perkussions-Revolver) Frank Freitag.
ABENBERG (hi) – Dreimal hat der Sportschützenverein Abenberg 1666 in den letzten drei Jahren die Einweihung der drei neuen Schießstände geplant und aus bekannten Gründen immer wieder abgesagt. Vor kurzem fand sie nun statt, die ersehnte Einweihung mit Segnung durch den katholischen Pfarrer Stefan Brand und den evangelischen Pfarrer Tobias Brendel. Die drei Böllersalven danach waren gleichzeitig das Signal für die Bevölkerung: Der angekündigte „Tag der offenen Tür“ im Schützenhaus ist eröffnet!   
Erleichtert und glücklich zugleich begrüßte 1. Schützenmeisterin Gerdi Wilhelm zur Einweihung und anschließenden Feier eine Reihe von Ehrengästen und Vereinsmitgliedern im vollbesetzten Schützenhaus. „Eigentlich wollten wir 2016 nur den Luftgewehrstand von elektrisch auf elektronisch umstellen“, begann sie ihre Rede. Die Zeit erforderte eine Modernisierung und sollte zukunftsweisend sein. Doch bei der sicherheitstechnischen Bewertung, die alle vier Jahre stattfindet, habe der Schießstand-Sachverständige auf neue Verordnungen und Richtlinien hingewiesen, die bei den 25-Meter und 50-Meter-Schießständen zu beachten seien, so Wilhelm. Damit wurde neben der Modernisierung des Luftgewehr-Schießstandes auch der Umbau der beiden anderen Schießstände unvorhersehbar notwendig.  
Die Schützenmeisterin nannte ein paar der Hintergründe für eine Maßnahme, die für den Verein und seine Mitglieder zu einer großen Herausforderung finanziell und in ihrer technischen Umsetzung werden sollte. Nähere Aussagen dazu überließ sie ihrem damaligen „Vize“ Hans Endner, dem „Bauleiter“, der mit dem 70. Geburtstag sein Ehrenamt als 2. Schützenmeister eigentlich abgeben wollte, dieses Amt dann aber doch bis zum erfolgreichen Ende der Umbaumaßnahme weiterführte.
Grußworte der Ehrengäste
Landrat Herbert Eckstein als erstem Grußwortredner beeindruckte vor allem der Wille des Schützenvereins, dass er die Sportstätte nach so langer Zeit der Fertigstellung noch segnen lassen wolle. Aber in dieser Zeit einmal innezuhalten tue uns allen gut „und zeigt uns, was uns wichtig ist“. Der Landrat ging ein auf die personell wechsel¬volle Situation im Verein während der 17-jährigen Geschichte von Gerdi Wilhelm als Schützenmeisterin und bezeichnete es als Wertschätzung ihres ehrenamtlichen Engagements, dass so viele Stadträte an einem Sonntagnachmittag anwesend sind. Eckstein gratulierte jedem beim Umbau Mitwirkenden einzeln, weil damit der nächsten Generation eine Chance gegeben werde, den Schießsport weiterzubringen.
Bürgermeisterin Susanne König imponierte, dass der Schützenverein „auf eine wahnsinnig lange Tradition zurückblicken“ könne und dass er es geschafft habe, mit dieser neuen Schießanlage den Verein zu erneuern. „Ihr wart immer attraktiv, seid jetzt noch attraktiver“, gab sie ihrer Bewunderung Ausdruck. König zollte allen großen Respekt, die sich, auch finanziell, dabei engagiert haben, was keine Selbstverständlichkeit sei. Gleichzeitig lobte sie: „Ihr habt das wirklich toll gemacht“. Dass der Verein tief und fest in der Stadt verankert ist, habe das 27. Bürgerschießen wieder bewiesen, an dem nahezu alle Vereine teilgenommen hätten. Am Ende wünschte die Rathauschefin viel Spaß mit der neuen Anlage.
Gauschützenmeister Dieter Emmerling, auch ein Fürsprecher der späten Einweihung, wünschte dem Verein beim anschließenden „Tag der offenen Tür“ viele Besucher, die sich für die neuen Schießstände interessieren und zur Mitgliedergewinnung beitragen. Gleichzeitig dankte er für den gelungenen Kraftakt und übermittelte mit „einem kleinen Unkostenbeitrag“, der zwar „nicht zur Finanzierung eines Schießstandes“ reiche seinen besonderen Dank für die Bemühungen, auch im Namen der Gauverwaltung.
Über die Scheckübergabe des Firmenkunden-Betreuers Uwe Beyer von der Raiffeisenbank Roth-Schwabach eG wird gesondert berichtet.
Umbaumaßnahme schweißte Schützenfamilie zusammen
Temperamentvoll und emotional informierte „Bauleiter“ Hans Endner über die Chronologie der Umbaumaßnahme. Er begann von den Schwierigkeiten gleich zu Beginn der Umbaumaßnahme zu reden. Schon die Anfangsplanungen seien etwas aus dem Ruder gelaufen und drohten den vorgegebenen Kostenrahmen zu sprengen. Doch mit vielen Gesprächen und Sitzungen habe man alles in den Griff bekommen. Noch immer sei er tief beeindruckt vom Arbeitswillen seines überaus engagierten Mitarbeiter-Teams. Die Zusammenarbeit habe großen Spaß gemacht und alle zu einer gelebten Schützenfamilie zusammengeschweißt.
Und hier das Ergebnis: Entstanden sind ein moderner Luftgewehr-Schießstand mit zeitgemäßer, elektronischer Anzeige, ein komplett erneuerter 50-Meter- und 25-Meter-Schießstand, es wurden zwei Notausgänge und neue Lüftungskanäle eingebaut, wegen möglicher Brandgefahr alle Holzdecken entfernt und der Abwasserkanal erneuert. Insgesamt kamen beachtliche 4013 freiwillige geleistete Arbeitsstunden zusammen. Die Gesamtkosten betrugen nach Fertigstellung knapp 155.800 Euro.
Langanhaltender Applaus war der Dank für den inzwischen von Thomas Walther abgelösten 2. Schützenmeister. Nicht ohne Stolz gab sich Endner am Schluss seiner Rede überzeugt, dass dieser Umbau „mit Sicherheit eine gute Investition für die Zukunft, insbesondere für die Jugend“ sei und wendete sich mit einem Appell an diese: „Macht weiter so in unserem Sinne und unserem Stil!“.
Pfarrer Stefan Brand (Abenberg) und Pfarrer Tobias Brendel (Dürrenmungenau) segneten die neuen Schießstände
Nun begaben sich die beiden Geistlichen mit den Ehrengästen und Mitgliedern einen Stock tiefer in den Keller zu den Schießständen, um den Weiheakt vor einem durch den Schützenverein liebevoll aufgebauten Altar vorzunehmen.
Pfarrer Stefan Brand dankte zuvörderst den Verantwortlichen des Vereins für die Einladung zur Segnung und zum Gebet auch im Namen von Pfarrer Tobias Brendel. „Es ist auch uns ein Anliegen, dass Gott in Sicht bleibt, dass er anwesend bleibt, dass man auf ihn schaut und ihn auch bittet, uns zu begleiten“.
Und weil es bei den Schützen ums Zielen, „Das Ziel“ geht, schließlich habe man mit den drei Schießständen mit viel Gemeinsamkeit und Kameradschaft viel erreicht, machte Pfarrer Brendel „das Zielen mit dem Gewehr“ auf „Das Ziel“ zum Inhalt seiner bemerkenswerten Ansprache. Dieser Begriff lasse sich auch schön aufs Leben übertragen. Er nahm Bezug auf den Philipperbrief von Paulus, der mit den Worten „Das Ziel“ überschrieben sei und machte die Parallelen deutlich zum Handeln als Schütze, bei dem viel Konzentration, Selbstbeherrschung und Training einfach dazu gehöre, und zum Leben. Im Leben gehöre es dazu, sich von Christus an der Hand führen zu lassen, sogar über das Leben hinaus, hin auf das ewige Ziel.
Dank der Schützenmeisterin


Bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen dankte 1. Schützenmeisterin Gerdi Wilhelm allen für die Unterstützung, sei es finanziell, arbeitsmäßig oder mit zur Verfügung gestellten Maschinen Namentlich dankte sie Landrat Herbert Eckstein für Unterstützungen in jeglicher Hinsicht, für die gute Zusammenarbeit Altbürgermeister Werner Bäuerlein während des Umbaues sowie seiner Nachfolgerin als Bürgermeister, Susanne König mit ihrem gesamtem Stadtratsgremium und schließlich Gauschützenmeister Dieter Emmerling für sein Kommen und sein stets offenes Ohr für die Abenberger Sportschützen.

Bericht und Foto: Karlheinz Hiltl